Montag, 18. Dezember 2017

Xela - Acatenango - Antigua

On the the Road again oder besser immer noch. Man ist immer unterwegs, doch es gibt ganz unterschiedliche Erfahrungen, je nachdem welches Transportmittel man wählt.
Die langen Strecken vom Anfang in Guatemala sind wir mit Touristenshuttlen unterwegs gewesen um "relativ" zügig voranzukommen. Vom Lago Atitlan nach Quetzaltenango oder Xela, wie die Einheimischen kurz sagen, ging es  im 2. Klasse Bus.




Xela ist die zweitgrößte Stadt in Guatemala und angenehm "untouristisch", es geht eher beschaulich zu. Am zentralen Platz mit Kathedrale und repräsentativen Gebäuden aus der Kolonialzeit lässt sich herrlich das Treiben beobachten. Die meisten Touristen kommen um Wanderausflüge auf die nahe gelegenen Vulkane, unter anderem den höchsten Berg Zentralamerikas Tajumulco, oder die schöne Umgebung des Altiplano von Guatemala zu machen. Wir sind zu bunten Kirchen in einen kleinen Ort in der Umgebung aufgebrochen und waren die einzigen Touristen. Heiße Quellen in der Nähe haben wir zur Entspannung und zum Aufwärmen genutzt. Doch in Vorbereitung auf unsere Vulkanbesteigung haben wir auch einen kleineren Trek zu einem aktiven Vulkan unternommen. Es ging 5 Uhr früh los und war noch sehr kalt, denn Xela liegt auf über 2000m ÜNN.  Es ging in völliger Dunkelheit, bei knapp über 5 Grad Cesius steil die Flanke des Vulkanes Santa Maria empor, bis der Weg zum Aussichtspunkt auf den Schlot des Santiaguito abzweigte. Dort haben wir fast 2h gewartet und gefroren bis explosionsartig eine Wolke über ihm aufstieg. Zum Glück hat die in der Zwischenzeit aufgegangene Sonne uns wieder erwärmt.





Der 2. Klasse Bus, besser bekannt als "Chicken Bus", dient den Einheimischen als Transportmittel der Wahl. Wo der Name herkommt kann ich nicht genau sagen, zwei Erklärungsversuche. Erstens die Einheimischen transportieren sehr oft ihre Hühnchen im Bus oder zweitens wenn der Bus richtig aufgefüllt wird, fühlt man sich wie in einer Legebatterie...
Wie in der Achterbahn sind wir im ausgemusterten Schulbus (Chicken Bus) die Serpentinen zurück nach Antigua geflogen, um den vollsten Bus bisher zu erleben. Die Sitzreihen (2 Plätze) waren links und rechts vom Gang bereits mit je drei Erwachsenen besetzt. Doch dazwischen standen ebenfalls nochmal zwei Erwachsene, sodass sich insgesamt 8 Personen in einer Reihe befanden. Nein, man konnte sich nicht mehr bewegen - auch wenn sich der Abkassierer noch gummiartig durchgeschlungen hat. Bei der Ankunft stellte sich der Grund für den Ansturm heraus - die Weihnachtslichterdekoration wurde feierlich auf dem Plaza eingeweiht. 
Wir waren jedenfalls geschafft, aber auch Feuer und Flamme am nächsten Tag den 3967m hohen Acatenango zu besteigen. Es ging nicht ganz so früh los, doch dafür stetig bergauf. Am Anfang passierten wir Maisfelder, gegen Mittag durchstreiften wir den Nebelwald. Die Wolken, die durch die Bäume zogen, gaben dem Ganzen eine mystische Stimmung. Nach 6h erreichten wir unser kleines Basislager für die Nacht. Es hatte einen fantastischen Blick auf den sehr aktiven Vulkan El Fuego, der mit der einen oder anderen Eruption seinem Namen alle Ehre machte. Anfangs sahen wir nur riesige Aschewolken aufsteigen und hörten immer wieder lautes Donnern und Grollen. Nach einer Stärkung am Lagerfeuer und einem tollen Sonnenuntergang zeigte sich dann endlich der leuchtend orangerote Lavastrom bei jedem Ausbruch - wirklich atemberaubend. Nach einer viel zu kurzen Nacht ging es vier Uhr morgens weiter zum Sonnenaufgang auf den Gipfel. Das Wetter war herrlich klar und man hatte freie Sicht auf Antigua, Guatemala-Stadt in der Ferne und die Vulkane El Fuego und Aqua. Es dauerte noch etwas bis sich die Sonne zeigte, doch in der ausgeliehenen Daunenjacke ließen sich die Temperaturen von knapp unter Null ganz gut ertragen. Der Sonnenaufgang war wunderschön und nach einer Runde um den Krater sind wir wie "Sandskifahrer" an der Flanke des Berges bis zum Basecamp gerutscht, was wirklich Spaß gemacht hat. Der ganze Tripp war weniger anstrengend und kalt, als vorher angenommen und gehört.




















Nach all der Action haben wir uns noch einen entspannten Tag in Antigua gegönnt und sind durch ein paar Klöster und Kirchen geschlendert. Geschlendert ist sicherlich geschönt, der eine oder andere hätte es auch als Hardcore Sightseeing erkannt. Vom Cerro de la Cruz haben wir uns unseren Weg durch die wunderschöne Altstadt von Antigua gebahnt zum früher bedeutendsten und größten Kloster Santo Domingo bis zum Kloster San Francisco vorbei an vielen Kirchen oder das, was davon noch steht. Auch die Gotteshäuser haben unter den zahlreichen Erdbeben der letzten Jahrhunderte gelitten. Zum Glück hat Antigua für die zahlreichen Touristen aus aller Welt kulinarisch einiges zu bieten, sodass man beim gepflegten Rinderfilet mit Rotwein seinen Akku wieder aufladen kann. Antigua ist immer wieder einen Besuch wert!















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