Am Sonntag ging es zum Markttag nach Chichicastenango oder kurz Chichi genannt. Der große lokale Markt hat sich mittlerweile gut an den Tourismus angepasst und bietet alle möglichen Souvenirs aus unterschiedlichen Regionen Guatemalas an. Das Markttreiben ist sehr geschäftig und vor allem die einheimischen Frauen in ihren farbenfrohen Trachten sehr hübsch anzuschauen. Die leuchtend bunten Farben der Textilien, Masken und sonstigen Waren bieten unzählige tolle Motive. (Aus Platzmangel haben wir uns primär auf Fotos als Mitbringsel beschränken müssen.)
An den beiden weiß leuchtenden Kirchen verschmelzen Christentum und alter Mayaglaube sichtbar und friedlich miteinander. In und um die Gotteshäuser werden Zeremonien und Rituale abgehalten und es riecht nach Weihrauch und anderen exotischen Düften. Auch der Friedhof mit seinen bunten Grabstätten ist interessant anzusehen. Zwischen den Gräbern konnte man einen kurzen Blick auf zeremonielle Kultstätten der Maya-Bevölkerung erhaschen.
Nach dem Markt gings direkt weiter an den Lago Atitlan. Mit dem Boot fuhren wir quer über Guatemalas zweitgrößten See nach San Juan de la Laguna, einem der ruhigeren Dörfer. San Juan liegt umgeben von Kaffeeplantagen und ist bekannt für seine Textilwaren und seine Malereien (an vielen Wänden und als Kunstgewerbe). Besonders in unserer Herberge Mayachic haben wir uns richtig wohlgefühlt, da dort viel Wert auf Nachhaltigkeit gelegt wird. Das schmeckt man beim vegetarischen Essen und das sieht man an den Häuschen, komplett mit Solarenergie und Komposttoilette ausgestattet. Bei den kühleren Temperaturen nach Sonnenuntergang (knapp unter 10 Grad in 1560 m überm Meeresspiegel) haben wir die Maya-Sauna, genannt Temazcal, genossen - eine Art Dampfbad, welches mit Holz eingeheizt wird und von den Maya für spirituelle Reinigung genutzt wurde.
Von San Juan aus haben wir mit dem Boot einige der anderen Orte am See erkundet. Auf einer geführten Wanderung von Santa Cruz nach San Marcos boten sich uns wunderschöne Ausblicke auf den See, das bergige Umland und viele Wildblumen. In San Marcos gibt es einen Naturpark, wo man von einem Podest in den See springen kann. Das Wasser ist sehr klar und gar nicht mal so kalt. San Marcos, der "Hippie-Ort", hat tatsächlich den besten Blick auf die drei in der Nähe des Sees befindlichen Vulkane, ist jedoch sehr esoterisch getüncht. Der bekannteste Ort San Pedro war uns ebenfalls viel zu touristisch, sodass wir immer wieder glücklich in das kleine verschlafene San Juan zurückkehrten.
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