Samstag, 24. Mai 2014

Durch Laos - Von Pakse nach Vientiane

Da wir uns mit Gernot und Kris, dem österreichisch - niederländischen Pärchen gut verstanden, reisten wir ein paar Tage gemeinsam. Vier Tage genossen wir das Inselleben dann ging es weiter nach Pakse.

Für uns vier war Pakse der Ausgangspunkt für eine Moped Safari in das nahe gelegene Bolaven Plateau. Drei Tage erkundeten wir die Region, die zahlreiche Kaffeeplantagen und eindrucksvolle Wasserfälle besitzt. Unsere Runde führte uns fast bis an die Grenze zu Vietnam, dort gab es noch richtig schönen Urwald und kaum Verkehr. Auf unserem Weg kosteten wir den laotischen Kaffee, der ausgesprochen stark getrunken wird, sehr lecker. Wir wanderten zu einigen Wasserfällen. Die Zeit verging wie im Flug und zurück in Pakse hieß es für uns mit dem Nachtbus weiter nach Vientiane. Für unsere Freunde ging es am nächsten Morgen nach Vietnam.

























Die Nachtbusfahrt nach Vientiane war nicht besonders erholsam, da die Klimaanlage nicht funktionierte. Ich kam mir vor wie in der Sauna nur ohne die Möglichkeit eines kalten Beckens. Erschöpft und durchgeschwitzt sind wir in Vientiane angekommen.

Der französische Einfluss auf die Region zeigt sich besonders in Vientiane. Hier gibt es sehr viel französische Küche und wir nutzten die Möglichkeit nach unserer Nachtbusfahrt für ein französisches Frühstück mit Baguette und Crossaint. Sehr lecker.

Doch auch etwas Geschichte stand auf dem Programm.

Laos ist das am stärksten bombardierte Land der Erde. Es wurde von den USA im Vietnam Krieg mit zahllosen Streubomben übersät. Auch heute leidet hauptsächlich die Landbevölkerung unter den vielen Blindgängern. Im Besucherzentrum des COPE, „Cooperative Orthotic and Prosthetic Enterprise"  sind zahlreiche Bomben und die Folgen der

Blindgänger zu sehen. Viele Menschen verloren bei Feldarbeiten einen Arm oder ein Bein. Die ländliche Bevölkerung ist so arm, dass Kinder nach Blindgängern suchen um sie als Schrott zu verkaufen. Dabei kommt es immer wieder zu Unfällen. Die COPE hilft mit ärztlicher Versorgung und künstlichen Extremitäten.  Auch das waren Eindrücke bei unserem Besuch in Vientiane. Zur Untersützung der Arbeit verschenkten wir ein Holzbein. Das ist sicherlich makaber aber der beschenkte und der Empfänger freuen sich hoffentlich. 

Sonntag, 18. Mai 2014

Laos - auf dem Weg zu 4000 Inseln

Die 4000 Inseln des Mekongs haben gerufen und wir sind gefolgt. Doch vorher stand wieder einmal eine Grenzerfahrung zwischen uns und dem beschaulichen Inselleben. Von Kratie ging es erst mit Minibus und dann mit großem Bus an die kambodschanische Grenze, das hat alles gut geklappt. Der Busbegleiter wollte uns zwar die Pässe abnehmen und alle Bürokratie für uns regeln, doch wir haben dankend verzichtet, auch wenn er uns drohte, dass der Bus nach der Grenze nicht auf uns warten würde. Das vorweg, er hätte gewartet. 
Die kambodschanischen Grenzbeamten wollten bei Ausreise eine kleine Stempelgebühr in Höhe von 2 Dollarn, die es nicht offiziell gibt, aber gern eingefordert wird. Nachdem wir freundlich und mit Nachdruck auf eine Quittung für diese ausgedachten Zusatzkosten bestanden haben, tat sich erstmal gar nichts. Wir wurden ignoriert. Doch auf wiederholtes Nachfragen und zeigen der Reisepässe konnten wir nach ca. 10 Minuten das Land mit offiziellem Stempel und ohne Zusatzgebühren verlassen. Ein zweiminütiger Fußmarsch trennte uns von den laotischen Grenzbeamten. Die hatten einen offiziellen Aushang von den jeweiligen Visagebühren für jedes Land. Das wirkte recht professionell, auch wenn niemand eine Uniform trug. Die Pässe und die Gebühren verschwanden in einem kleinen Fenster und wir warteten am nächsten kleinen Fenster.
Nach etwa 10 Minuten öffnete sich das kleine Fenster und die Pässe waren fertig zur Ausgabe. Fast fertig, denn der Mann in seinem weißen T-shirt forderte abermals 2 Dollar "Stempelgebühren". Berauscht von unserem Erfolg auf der kambodschanischen Seite haben wir abermals auf unsere Quittung für diese Fantasiegebühr bestanden. Die Laoten haben Ausdauer, soviel kann man sagen - das kleine Fenster schloss sich und es passierte nichts mehr. Wir fragten nach und redeten mit den Mann am Fenster, doch er blieb hart. Unsere Gruppe bestand auch nicht nur aus uns Zwei, sondern vier weitere Personen wollten etwas Geld sparen. So standen 6 Mann vor dem kleinen Fenster, in dem keine Stempel mehr verteilt wurden. Nach 20 Minuten wollte unser Minivan, der 10 Minuten vorher auf der laotischen Seite eintraf, plötzlich los. Leider gab es dafür keine richtige Ansage oder wir hätten nicht damit gerechnet, dass sie 6 Mann an der Grenze zurücklassen. Aber auf einmal war er einfach weg. Das Gute an der Sache war, die Pässe wurden sofort bearbeitet, denn wir hatten auf einmal sowieso den ganzen Tag Zeit. Ungünstigerweise lag nun eine lange Wanderung um die Mittagszeit vor uns, denn an dieser Grenze gibt es wirklich rein gar nichts... (Da hätten sich die 2 Dollar zusätzlich schon gelohnt) Doch nach guten 5 km hatten wir tatsächlich Glück beim Trampen und haben eine kostenlose Mitfahrgelegenheit auf der Ladefläche eines LKW bis zu unserem Abzweig erhalten und von dort nach wenigen Metern abermals ein Tuk Tuk, dass uns für nur 50 Eurocent bis zur Fähre brachte. Diese hat uns dann gegen Vorzeigen unseres alten Tickets kostenlos mitgenommen. Fazit: 3,4 USD gespart und 2h länger gebraucht, aber ein Zeichen als renitenter weißer Tourist gesetzt ;)  und die Korruption vermieden. Neue Freunde gemacht, etwas Lao gelernt, sogar einen deutschsprechenden Laoten kennengelernt, der in Altenburg gelebt hat - und wider Erwarten eine Menge Spaß gehabt. Das kühle Bier auf der Insel hatten wir uns redlich verdient. Was besser ist, bleibt jedem selbst überlassen... Es war auf jeden Fall ein Erlebnis.
Wir waren auf jeden Fall sehr glücklich am Nachmittag mit unseren 4 neuen Freunden auf Don Det angekommen zu sein. Die nächsten 3 Nächte haben wir das ruhige Inselleben im Mama Leuah Guesthouse genossen und Lutz hat uns das eine und andere heimische Gericht serviert. Es gab sehr gute Bulette, Schnitzel und Cordon Bleu. Nach so viel asiatischem Essen war das eine sehr willkommene Abwechslung. Die Inseln haben wir mit zweien unserer neuen Freunde und dem Rad erkundet. Wasserfälle, Reste einer kleinen Eisenbahn sowie Wasserbüffel und Reisfelder gab es zu sehen. Den Abend haben wir bei einheimischem Bier in der Hängematte ausklingen lassen. Es hat uns wirklich sehr gut hier gefallen und wir werden sicher noch einmal zu Lutz, der aus Schleusingen stammt, zurück kehren.










Dienstag, 13. Mai 2014

Von Koh Rong nach Kratie



Das gute an einer Weltreise ist, wenn einem danach ist, fährt man einfach mal auf die Insel. So haben wir uns nach den letzten anstrengenden Wochen einfach mal eine Auszeit auf einer fast einsamen Insel  genommen. Es ging nach Koh Rong zum Lonley Beach. Dort hat uns Danny 4 Tage sehr gut bewirtet und wir haben uns richtig entspannt.




 

Danach ging es quer durch Kamboscha, aus dem Süden in den Norden. Da braucht man Sitzfleisch. Es ging über Phnom Penh nach Kratie. Die erste Etappe war sehr komfortabel und wir hatten tatsächlich Wifi im Bus. Nach einer Nacht in Phnom Penh hieß es schon wieder in den Bus. Wir waren schon mit unseren 8,5h statt 6h unglücklich, doch andere haben für die gleiche Strecke 12h gebraucht. Da fühlt man sich dann schon wie ein Glückspilz ;)
Kratie ist eine beschauliche Kleinstadt am Mekong in der es noch nicht zuviele Touristen gibt. Man kann hier Mekongdelfine besuchen. Nach so viel Bus fahren haben wir uns auch gleich wieder ins aktive Leben gestürzt und sind zu den Delfinen geradelt. Es war natürlich sehr heiß und die Straße hatte viele Löcher. Das beste waren aber die vielen Kinder die uns auf unseren Fahrräder beim vorbeifahren begrüßt und gewunken haben. Das war wirklich eines der besten Erlebnisse in Kambodscha. Die menschen sind sehr freundlich. An den Straßenständen haben wir noch die lokalen Köstlichkeiten probiert. Es gab Fischpaste und Stickyreis. Besonder die Fischpaste in kleinen Beutelchen war sehr lecker. Und natürlich haben wir auch ein paar der Delfine gesehen. Stefanie war sehr begeistert von diesen Flusssäugern und wir hoffen das eine oder andere gute Foto geschossen zuhaben.






Montag, 5. Mai 2014

Phnom Penh

Nach ein paar ruhigen Tagen in Kampot machten wir uns auf in Richtung Hauptstadt Phnom Penh, die aufgrund der Feiertage auch auffallend ruhig war. Es war teilweise schwierig, etwas zu essen zu finden, da viele Restaurants zu hatten oder der Koch einfach nicht zur Arbeit kam.
Das Nationalmuseum hatte zum Glück auf und so konnten wir ein paar erste Blicke auf die kunsthandwerklichen Meisterleistungen aus dem Reich Angkor und der Zeit davor werfen. Auch der prachtvolle Königspalast war einen Besuch wert - weist aber tatsächlich starke Ähnlichkeit zum Thailändischen auf... Der Fußboden der Silberpagode ist mit 5000kg schweren Silberfliesen ausgelegt, der aber zum größten Teil zum Schuutz abgedeckt ist.






Nach so vielen Sehenswürdigkeiten haben wir uns einen halben Tag in einem (klimatisierten) kleinen Kino gegönnt und ein paar wirklich interessante Independent-Filme genießen dürfen. Um uns der bewegten Geschichte Kambodschas zu nähern, haben wir so auch den Klassiker "The killing fields" aus dem Jahr 1984 gesehen.


Von 1974-79 wurde unter der Herrschaft der Roten Khmer (Khmer Rouge) und deren Anführer Pol Pot das kambodschanische Volk um knapp 3 Millionen Menschen dezimiert - das heißt fast die halbe Bevölkerung wurde in weniger als 4 Jahren umgebracht oder starb durch die harte Arbeit und die schlechten Lebensbedingungen. Jugendliche wurden "rekrutiert" um für die Khmer Rouge Angst und Schrecken zu verbreiten - wenn sie sich weigerten, erging es ihnen wie allen anderen auch. Alle Menschen wurden gezwungen aus den Städten aufs Land zu ziehen um dort in Zwangsarbeitslagern auf den Reisfeldern zu schuften. Dabei wurde niemand verschont - Alte, Kinder, Frauen, Männer... Lehrer, Ärzte und andere Akademiker, Mönche, politische Feinde, aber auch Leute aus den eigenen Reihen wurden brutal gefoltert, eingesperrt und auf den mehr als 300 Hinrichtungsplätzen (killing fields) ermordet.

Ein verstörendes Beispiel der vielen landesweiten Gefängnisse und Folterstationen ist die ehemalige Schule Tuol Sleng S21 in Phnom Penh, die heute als Museum und Ort des Gedenkens an die Schreckensherrschaft der Roten Khmer erinnert. Die vielen Bilder der jungen Opfer gehen einem wirklich sehr nah. Auch die Geschichten der wenigen Überlebenden sind hier aufgeschrieben.

Eines dieser "killing fields" vor der Stadt Phnom Penh wurde ebenfalls als Gedenkstätte und Museum bewahrt. In einem großen Denkmal hat ein Teil der Überreste, die in den Massengräbern gefunden wurden, ihre letzte Ruhestätte gefunden. Auf einem Rundgang wird einem eindrücklich die Geschichte erzählt und es ist sehr schwer in Worte zu fassen, was man dort fühlt. Man bleibt schockiert und stumm zurück. Man fühlt sich unweigerlich erinnert an deutsche Konzentrationslager und vergleichbare Beispiele in anderen Teilen der Welt.
Man kann immer wieder nur hoffen, dass sich so etwas nicht mehr wiederholt - aber es wirkt so, als müsste jeder seine eigenen Fehler machen, um zu dieser Erkenntnis zu kommen, denn ein Blick in diverse Diktaturen weltweit zeigt leider immer wieder unverkennbare Parallelen...

Auch Jahrzehnte später ist Kambodscha immer noch ein sehr armes Land. Wenn man durchs Land reist, fällt einem schnell auf, dass es sehr viele Kinder und junge Menschen gibt - und nur sehr wenige Alte. Wirklich beeindruckend für uns ist in diesem Land die Lebensfreude und Freundlichkeit der Leute und das Lachen, das uns hier so oft begrüßt.