Nach so vielen Sehenswürdigkeiten haben wir uns einen halben Tag in einem (klimatisierten) kleinen Kino gegönnt und ein paar wirklich interessante Independent-Filme genießen dürfen. Um uns der bewegten Geschichte Kambodschas zu nähern, haben wir so auch den Klassiker "The killing fields" aus dem Jahr 1984 gesehen.
Von 1974-79 wurde unter der Herrschaft der Roten Khmer (Khmer Rouge) und deren Anführer Pol Pot das kambodschanische Volk um knapp 3 Millionen Menschen dezimiert - das heißt fast die halbe Bevölkerung wurde in weniger als 4 Jahren umgebracht oder starb durch die harte Arbeit und die schlechten Lebensbedingungen. Jugendliche wurden "rekrutiert" um für die Khmer Rouge Angst und Schrecken zu verbreiten - wenn sie sich weigerten, erging es ihnen wie allen anderen auch. Alle Menschen wurden gezwungen aus den Städten aufs Land zu ziehen um dort in Zwangsarbeitslagern auf den Reisfeldern zu schuften. Dabei wurde niemand verschont - Alte, Kinder, Frauen, Männer... Lehrer, Ärzte und andere Akademiker, Mönche, politische Feinde, aber auch Leute aus den eigenen Reihen wurden brutal gefoltert, eingesperrt und auf den mehr als 300 Hinrichtungsplätzen (killing fields) ermordet.
Man kann immer wieder nur hoffen, dass sich so etwas nicht mehr wiederholt - aber es wirkt so, als müsste jeder seine eigenen Fehler machen, um zu dieser Erkenntnis zu kommen, denn ein Blick in diverse Diktaturen weltweit zeigt leider immer wieder unverkennbare Parallelen...
Auch Jahrzehnte später ist Kambodscha immer noch ein sehr armes Land. Wenn man durchs Land reist, fällt einem schnell auf, dass es sehr viele Kinder und junge Menschen gibt - und nur sehr wenige Alte. Wirklich beeindruckend für uns ist in diesem Land die Lebensfreude und Freundlichkeit der Leute und das Lachen, das uns hier so oft begrüßt.
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