Donnerstag, 6. März 2014

Pangkalanbun - Kalimantan

Ein fester Wunsch auf unserer Reise in Südostasien war es, Orang Utans im Regenwald zu beobachten. Wir sind also aufgebrochen, um uns diese eindrucksvollen Menschenaffen in ihrer natürlichen Umgebung anzuschauen. 
Mit dem Bus (4,5h für 130km!) ging es von Yogyakarta nach Semarang, wo wir die Transitzeit damit totschlugen, uns ein verhextes Haus mit "1000 Türen" (die alte Niederländische Eisenbahngesellschaft) anzuschauen (naja sagen wir mal kein Highlight). Der Flieger brachte uns am nächsten Tag nach Pangkalan Bun auf Kalimantan, wie der indonesische Teil Borneos genannt wird. Das ist ein guter Ausgangspunkt, um den Tanjung Puting National Park per Boot zu erkunden. Am nächsten Früh gings los mit unserer Führerin Nina auf unser Hausboot - genannt "klotok" -  für die nächsten 5 Tage inklusive Kapitän, Assistent und Köchin. Es war einfach ausgestattet aber völlig ausreichend und auch an die Eimerdusche mit Flusswasser haben wir uns gewöhnen können ;) Selbst unsere Sprachkenntnisse in Bahasa Indonesia haben sich rapide gesteigert - was die Kommunikation mit der Crew deutlich unterhaltsamer gestaltete.
Das indonesische Essen war super lecker, unsere Köchin hat uns richtig verwöhnt.


Das Deck diente uns als Schlafplatz, Essbereich und Aussichtsplattform in Einem. Am Flussufer und Waldrand bekamen wir viele Schlangen, Krokodile, Schmetterlinge und Eisvögel zu sehen. 



Es gab sehr viele Langschwanz-Makaken, die sich in Wassernähe tummelten. Auch die nur auf Borneo heimischen Nasenaffen bekamen wir mehrmals zu Gesicht, vor allem frühmorgens und abends, wenn sie ihr Nachtlager direkt am Ufer aufsuchen. Die Einheimischen nennen sie auch "Holländer-Affen" (weil sie meinen, die roten Nasen ähneln denen sonnenverbrannter Europäer ;) ) Nur die Männchen haben die charakteristische Knollnase, was auf viel Testosteron schließen lässt. Die Weibchen und Jungtiere haben eine hübsche Stupsnase.

Von unserem Ausguck hat Flo gleich nach dem Start schon die ersten 2 wilden Orang Utans in den Bäumen gesichtet, die aber durch die Bootsgeräusche schnell außer Sichtweite verschwanden. 

Orang Utan kommt aus dem Indonesischen/Malayischen und bedeutet "Mensch des Waldes". Bei den Exemplaren, die wir zu Gesicht bekamen, handelt es sich hauptsächlich um halb-wilde Orang Utans, die irgendwann einmal in der Schutzstation behandelt wurden oder von Behandelten abstammen. An den Camps im Park gibt es mehrere Futterstellen, an denen die Riesen zusätzlich mit Milch und Bananen versorgt werden, da das Gebiet, in dem sie Nahrung finden können, leider immer kleiner wird. Täglich bis zu 20kg an Früchten und Insekten braucht ein ausgewachsener Orang Utan. Obwohl im Februar schon sehr viele andere Früchte im Wald reif sind, kamen doch immer noch einige vorbei. Dabei bekommt man sie meist aus nächster Nähe zu Gesicht, da sie Menschen nicht als unmittelbare Bedrohung empfinden. Viele der Muttis brachten ihre Kinder mit, die sie 5-8 Jahre ganz eng bei sich behalten. um sie auf das Leben in der Wildnis vorzubereiten. Das ist die längste Elternzeit im Tierreich.
Ein weiterer treuer Besucher war ein Gibbon, welcher in seiner extraordinären Art sich zu bewegen, sehr lustig anzuschauen war. Einfach nur schön. 
All diese fantastischen Geschöpfe in ihrer eigenen Umgebung zu sehen, ist unbeschreiblich. Es ist einfach atemberaubend, wie gekonnt sie durch den Wald klettern. Am meisten genossen haben wir die ruhigen Momente, wenn all die anderen Touris schon weg waren und nur noch wir als stille Beobachter verweilen konnten. 

















Wir haben auch ein paar Wanderungen bei Tag und Nacht durch den Wald gemacht und dabei viele interessante Pflanzen und Tiere zu sehen bekommen. Wildschweine, Rehe, Nashornvögel (hornbills), Taranteln, Raupen uvm. 

Doch uns fiel auch auf, dass der Wald hier in viel schlechterem Zustand ist als der Regenwald, den wir in Südamerika gesehen haben. Fast alles, was wir vom Regenwald gesehen haben, war sehr junger Wald. Nina berichtete uns, dass ein Großteil der Fläche hier durch Waldbrände im Rahmen von Rodungen oder "Unfällen" vernichtet wurde und erst seit einigen Jahrzehnten langsam nachwächst. Man findet kaum mehr wirklich alte Bäume, da diese alle als Tropenholz geschlagen wurden. Neben Holzwirtschaft und Rodung für Landwirtschaft sind Palmölplantagen eine der größten Bedrohungen für den Regenwald und das nicht nur hier. Erschreckenderweise ist die EU der größte Abnehmer des indonesischen Palmöls...
Die Zerstörung ihres Lebensraumes ist die größte Gefahr für die Orang Utans - und all die bekannten und unbekannten Spezies des Regenwaldes. 
Wir haben am Ende noch 2 Bäume gepflanzt, an einer Stelle, die durch  Brandrodung zerstört wurde. Wir hoffen, dass wir eines Tages schauen können, wie es ihnen ergangen ist. 

Auf dem Rückweg haben wir noch einmal die Idylle des Waldes um den Fluss auf uns wirken lassen, bevor wir wieder auf den schmutzigen, braunen Hauptfluss zurückkehren mussten. 
Ein Unterscheid wie Tag und Nacht zu dem spiegelklarem Wasser im Fluss im Nationalpark. Wir erfuhren, dass auch der Zufahrtsfluss bis vor wenigen Jahren so rein gewesen sein soll wie der Fluss im Nationalpark, bevor illegale Goldminen flussaufwärts begannen ihre Abfälle in den Fluss umzuleiten. Seitdem ist der Fluss gekippt und die Schwermetallbelastung in den verbleibenden Fischen alarmierend hoch.

All diese erschreckenden Einblicke in den Raubbau an der Natur zu bekommen, hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Trotzdem hatten wir 5 ereignisreiche, tolle Tage im Nationalpark auf unserem Klotok und sind froh, dass wir die verbleibenden Orang Utans in ihrer bedrohten Heimat sehen durften. 







Freitag, 28. Februar 2014

Borneo - Kalimantan

Ein paar erste eindrucksvolle Bilder aus dem Dschungel Kalimantans...



Stabheuschrecke
Gibbon








Tom, das dominante "Männchen"



Hornbill
Eisvogel







Unser Klotok

Samstag, 15. Februar 2014

Yogyakarta - Eruption Mt. Kelud

Von Flores ging es mit kurzem Zwischenstopp auf Bali nach Yogyakarta auf Java. Hier wollten wir die Tempelanlagen von Borobodur und Prambanan besichtigen.

Wir hatten auch reichlich Zeit eingeplant, um nicht nur durchzuhetzen. Doch der Ausbruch des Kelud, ein Vulkan ca. 250km östlich von Yogyakarta, hat unsere Pläne durchkreuzt. Auf dem Weg nach Borobodur (früh um 4 Uhr) hat der Ascheregen eingesetzt und das öffentliche Leben in ganz Ostjava zum Erliegen gebracht. Auf den Straßen hat sich eine mehrere Zentimeter hohe Ascheschicht gebildet.

Alles wurde vorerst geschlossen auf unbestimmte Zeit.






Alle Menschen arbeiten zusammen und sind bemüht die Asche zu beseitigen, doch der ständige Verkehr wirbelt sie immer wieder auf... Selbst mit Atemmaske und Brille ist es nur mäßig erträglich draußen rumzulaufen - also sind wir ein wenig zum Nichtstun verdammt.



Montag, 10. Februar 2014

Komodo Nationalpark


...so sind wir wieder in Bali eingetroffen und von Denpasar nach Labuan Bajo auf Flores geflogen. Viele kleine Inseln haben wir unter uns gesehen, wir werden wohl nicht alle der 17000 Inseln Indonesiens besuchen können :(
Kaum angekommen sind wir nach einer Nacht erst einmal zu einer kleinen 3-Tages-Tauchsafari in den Komodo Nationalpark aufgebrochen. Wir hatten die Vorschiffkabine mit reichlich Platz für 2 Leute und eine internationale Belegung aus Kanada, Australien und der Schweiz. Die Unterwasserwelt ist wirklich wunderschön. Die Korallenriffe sind voller Leben und leuchten in allen möglichen Farben. Die Kamera kann das leider nicht mal ansatzweise wiedergeben... Kleine und große Fische tummeln sich, Rochen, Schnecken, Schildkröten, Haie und und und. Insgesamt sind wir 9 mal abgetaucht und haben uns die Unterwasserwelt auch 2 mal nachts angesehen. Leider haben wir beim ersten Versuch keine Manta Rays gesehen. Dafür haben wir einen Landgang auf der Insel Rinca im Komodo Nationalpark eingelegt und konnten die berühmten Komodo Warane bewundern. Die größten Echsen der Welt sind ziemlich giftig, lagen aber nur faul im Schatten - doch es war auch ziemlich warm. Wir hatten ein sehr schöne Safari, auch wenn es mit 5 jungen Männern für Steff auf dem Boot nicht immer einfach war. Die Stimmung hinterher wurde nur etwas durch den nervigen Mann aus Kanada (in Vancouver gibts anscheinend besonders viele davon) getrübt, aber das ist eine Geschichte für sich...





























Von so viel Leben unter Wasser begeistert, haben wir erst einmal unser Visum verlängert, was dank etwas indonesischer Hilfe unerwartet einfach war - und sind einfach weiter Tauchen gegangen. Steff ist total begeistert vom Tauchen, sodass sie hier gleich noch ihren Advanced Kurs abgeschlossen hat. An dieser Stelle können wir noch etwas Schleichwerbung für Bajo Dive Centre in Labuan Bajo machen, mit denen wir viele schöne Stunden über und unter Wasser verbracht haben. 
Wir haben dann doch noch 2 mal Manta Rays gesehen - Wahnsinn!! Auch einen komplett Schwarzen mit mindestens 5m Spannweite, sehr beeindruckende Tiere und wunderschön anzusehen, wie sie friedlich durchs Wasser fliegen. Wir werden die Tage noch ein bisschen tauchen gehen und mal schauen in welche Richtung es weitergeht. Wir haben ja jetzt etwas mehr Zeit in Indonesien und die brauchen wir auch um noch etwas Bahasa Indonesia (oder eine der anderen 300 Sprachen hier) zu lernen :)