Nach
unserer ersten Ecuador-Reise vor 3 Jahren hatten wir uns vorgenommen,
beim nächsten Mal Galapagos zu besuchen. An einem verregneten
Sonntag in Quito widmeten wir uns der Organisation und am 19.
November ging es auch gleich los. In Quito hat sich einiges getan,
seit es zur Kulturhauptstadt und Best City South America's gewählt
wurde. Die Busbahnhöfe und der Flughafen sind alle brandneu. (Leider
braucht man nun fast eine Stunde mit dem Taxi). Wir waren 2h früher
da und konnten so ganz entspannt unsere Sachen durchsuchen lassen.
Alle Gepäckstücke werden geröntgt und durchsucht, damit man keine
Tiere und Pflanzen einschleppt. Zum Glück ging unser Flieger
planmäßig, alle anderen wurden nämlich gecancelled.
Wir
sind von Quito über Guayaquil nach San Cristobal, der östlichsten
der Galapagos-Inseln, geflogen. Zufällig fanden wir auch gleich ein
günstiges Apartment mit Meerblick und Schnorchelausrüstung
inklusive, sodass wir direkt aufbrechen konnten, um die
Unterwasserwelt zu erkunden. Im kühlen Pazifik sind große
Meeresschildkröten, zahlreiche bunte Fische und Seelöwen an uns
vorbei geschwommen. Die Seelöwen haben mit uns gespielt und uns
immer wieder umkreist.
Am
21.November startete unsere Kreuzfahrt auf der Insel Santa Cruz, so
mussten wir früh mit dem Speedboot übersetzen, wobei wir leider im
langsamsten Boot landeten und über 3 Stunden brauchten. So konnten
wir uns nicht mehr viel auf Santa Cruz anschauen, denn es ging gleich
mit dem Taxi zur Ablegestelle auf der anderen Seite der Insel. Dort
gabs jede Menge Pelikane und Tölpel, die sich senkrecht ins Wasser
stürzten und sich so über die vielen Fische im türkisblauen Wasser
hermachten.
Am
Pier wurden wir dann vom Beiboot abgeholt und haben unser Schiff, die
Floreana, in Augenschein genommen. Unsere kleine Kabine samt Bad war
ganz vorne und sehr gemütlich. Unsere Gruppe war eine gute Mischung,
was Alter und Nationalitäten anging und unser Guide Victor war auch
ein lustiges Kerlchen. Unser Tagesprogramm bestand meistens aus 2 Landgängen und 2 Schnorchelausflügen. Hier wollen wir euch erstmal von den erlebnisreichen Landgängen berichten. Das Schnorcheln folgt später. Das war super!
Die
Panzer von innen zu betrachten, war auch eine interessante Erfahrung.
Am
Abend stellte sich die ganze Crew vor und es gab eine leckere Runde
Pina Colada zur Begrüßung. Über Nacht sind wir bei angenehm
ruhiger See zur nördlichsten der großen Inseln, Genovesa, gefahren
und haben dabei das erste Mal den Äquator gekreuzt. Auf unseren
beiden Landgängen haben wir zahlreiche Nasca-Tölpel (Tölpel =
boobies), Rotfuß-Tölpel, Fregattvögel, Darwin-Finken und
zahlreiche weitere Vögel gesehen, von denen es viele der Arten nur
hier auf Galapagos gibt. Besonderes Glück hatten wir die
Kurzohren-Eule zu sehen. Entlang der Steilküste genossen wir ein
paar spektakuläre Aussichten, inklusive Regenbogen, und einen
wunderschönen Sonnenuntergang.
Auf
der Insel Santiago, die geschätzte 3,5 Millionen Jahre alt ist, kann
man auf der neueren Seite die Reste einer Vulkan-Eruption aus dem 19.
Jahrhundert sehen. Eine einzige Lava-Landschaft, die die
ursprüngliche Insel um viele Kilometer vergrößert hat, aber die
noch nicht bewachsen ist. Die schwarzen Lava-Ströme durchziehen in
verschiedenen Konfigurationen die karge Landschaft.
Unsere
persönlichen Lieblinge waren die kleinen Pinguine, die die am
nördlichsten lebenden Pinguine überhaupt und die Einzigen ihrer Art
in den Tropen, sind.
Nach
einer Siesta und dem Schnorcheln ging es an Land nach Bartolome, wo
brauner Sand und nur wenig Vegetation, bestehend aus einigen
Pionierpflanzen, auf uns warteten. Vom höchsten Punkt der Insel hat
man ein tolles Panorama über die umliegenden Inseln und vor allem
vom Pinnacle und Santiago. Den Sonnenuntergang erlebten wir, während
wir zum Sombrero Chino (Chinesenhut) navigierten, der seinen Namen
seiner typischen Form verdankt. Wir sahen einige große „Tiere“
hoch aus dem Wasser springen und Victor erklärte uns, dass das die
Rochen sind, die sich so von Parasiten reinigen. Wieder was
gelernt... Den Abend verbrachten wir beim ecuatorianischen
Kartenspiel „40“ mit dem Koch.
Am
Sonntag sind wir einmal um den "Chinesen-Hut" gelaufen und
waren am schönsten weißen Sandstrand überhaupt. Dort haben wir
sogar live eine Seelöwen-Geburt beobachtet, das war ganz schön
dramatisch. Ein Bussard saß in der Nähe und wartete auf die
Plazenta. Außerdem gabs viele leuchtend rote Krebse, Meeres-Iguanas
und kleine Echsen.
Über
Mittag fuhren wir auf die westliche Seite von Santa Cruz zur Bahia
Ballena (Walbucht), wo die Walfängerkolonnen früher anlegten, um
Vorräte aufzufüllen und Gelage zu veranstalten. Auf unserem
Spaziergang fanden wir 2 der wieder neu hier angesiedelten
Risenschildkröten. Durch die eingeführten fremden Spezies wie
Ziegen, Katzen, Ratten, Insekten usw. wurden viele der einheimischen
Arten zu Beute bzw. in ihrem Lebensraum stark eingeschränkt. Deshalb
führen die Guides genau Protokoll, wo sie wievielen „feindlichen
Spezies“ begegnet sind und diese werden dann in aufwendigen
Jagdprojekten „ausgeschaltet“. Etwas paradox, dass so viele Tiere
sterben müssen, um andere Arten zu erhalten...
Über
Nacht reisten wir weiter bis nach Puerto Villamil im Südosten der
größten Insel, Isabela. Dort erwartete uns ein sehr schöner
Naturhafen und ein Ausblick auf Sandstrand und viele Kokospalmen.
Unser erster Bootsausflug ging nach „Las Tintoreras“, eine
geschützte Schlucht, wo sich die „tintoreras“ - die
Weißspitzen-Riffhaie – tagsüber ausruhen und Schutz vor der
Strömung suchen, bevor sie nachts auf Jagd gehen. Im kristallklaren
Wasser sahen wir bis zu 8 Haie auf einem Haufen liegen und einige
wenige, die hin- und herschwammen.
Im
Wasser gab es jede Menge Meeresschildkröten, sodass die Bootsfahrt
einem Hürdenlauf glich.
Den
restlichen Nachmittag hatten wir Freizeit. Diese verbrachten wir am
Strand und beim Coco Loco trinken. Interessant war noch die Kirche
mit dem Altarbild, wo Jesus vor traumhafter Strandkulisse schwebt und
jedes Kirchenfenster ein Galapagos-Tier darstellt.
Über
Nacht wurde wieder weiter gefahren bis zur Ostseite von Fernandina. Als erster Punkt stand die Besichtigung der Mangroven auf dem Tagesprogramm. Auf Galapagos gibt es 4 endemische Mangrovenarten, die alle unter Naturschutz stehen, da sie sehr wichtig für den Landerhalt sind. Auf Fernandina gibt es rote und weiße Mangroven, diese beiden Arten unterscheiden sich hauptsächlich in der Blattgröße. Beide haben weiße Stämme, was den Name der einen Art bestimmte. Am Strand und an der Küste saßen viele "flightless" (flugunfähige) Cormorane, die mit ihren Stummelflügeln zwar nicht mehr Fliegen können, aber geschickte Taucher sind und bei der Fülle an Fischen damit gut überleben können. Vor 9 Jahren war auf Fernandina der letzte Vulkanausbruch, der mit Lavaströmen und Gasexplosionen sehr spektakulär war - dies ist ein gutes Beispiel wie aktiv die gesamte Region ist. Die Adaption der einzelnen Lebewesen an unterschiedliche Inseln zwingt die Marin-Iguana-Weibchen zur Eiablage bis in den Vulkankrater, weil das der einzige Ort auf der Insel mit weichem Sand ist. Viele schaffen den Weg nach der Eiablage nicht wieder heraus.
Nach einem weiteren Landbesuch auf der gegenüberliegenden Insel Isabela in einer alten Walfängerbucht, ging es weiter um die Nordspitze der Insel. Leider ging es Flo nicht gut, so dass wir diese Wanderung gar nicht richtig genießen konnten und auch keine Land-Iguanas gesehen haben.
Auf Galapagos gibt es zwei Arten von Seelöwen die "Galapagos Seals" und die "Fur Seals". Letztere haben wir das erste Mal richtig auf Santiago gesehen, sie sind etwas kleiner und ihre Nase ist deutlich kürzer. Sie schlafen tagsüber und jagen nachts.
Im Anschluss sind wir weiter nach Rabida gefahren, eine von Stefanie's Lieblingsinseln. Schon von Weitem hat die Insel rot in der Sonne geleuchtet. Nach dem Anlanden sind wir über den schönsten roten Sandstrand gelaufen, den man sich vorstellen kann. Die Boobies haben sich ohne Pause pfeilschnell ins Wasser gestürzt. Die Pelikane waren ebenfalls eifrig beim Fischen. Später beim Schnorcheln, haben wir auch gesehen warum - da sind die Boobies (Tölpel) - zum Teil direkt neben uns - ins Wasser eingeschlagen und haben die riesigen Fischschwärme gejagt. Am Strand haben sich wie immer die Seelöwen und Iguanas gesonnt. Weit und breit waren keine anderen Boote in Sicht. Unsere Exkursion ins Hinterland offenbarte eine kleine Salzwasserlagune, in der zwei Flamingos rasteten und ein Seelöwen-Männchen Rückenschwimmen übte. Auf dem Weg zum Aussichtspunkt säumten gelb blühende Kakteen den Wegesrand.
Im Sonnenuntergang wurde das Rot der Insel immer dunkler.
Das war der letzte richtige Tag unserer kleinen Kreuzfahrt durch die fantastische Inselwelt von Galapagos. Den Abschluss bildete das "Captain's Dinner", bei dem wir wieder mit Pina Colada verwöhnt wurden. Wir haben unser Äquator-Patent erhalten, für erfolgreiches 4- maliges Überqueren mit unserem kleinen Schiff. Die letzte Nacht bot den schönsten Sternenhimmel überhaupt...
Am nächsten Morgen ging es Richtung Anlegestelle auf Baltra. Auf dem Weg dorthin haben wir einen kleinen Zwischenstopp bei Daphne Mayor eingelegt. Diese für Landgänge gesperrte Vogelinsel zeigte nochmal die einzigartige Vielfalt an Vögeln, die wir hier erleben durften. Dann ging es leider endgültig von Bord...
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