Montag, 14. Oktober 2013

Lago Titicaca - Isla del Sol - Uros



Nachdem wir La Paz füh verlassen haben, ging es vorbei an der Cordillera Real mit ihren vielen schneebedeckten Gipfeln (bis über 6600m hoch) zum Lago Titicaca, dem größten höchstgelegenen See der Welt. Von Copacabana sind wir per Boot auf die Isla del Sol (Sonneninsel), die größte Insel des Titicaca-Sees, gefahren, wo wir 3 Tage verbrachten.  Hart war die Ankunft, als wir uns mit den großen Rucksäcken die 1000 Stufen von Yumani zum Hostel nach oben kämpfen mussten - und das auf knapp 4000m. Dafür hat dann der Blick auf den See und die umliegenden Berge mehr als entschädigt. Die Dorfbewohner hatten eine Fiesta und tantzten in ihrer Tracht zu Blasmusik auf dem Dorfplatz bis in die Abendstunden. Wir waren ein kleines Stück wandern und haben dann einen der berühmten Sonnenuntergänge genossen, bei Bierchen und heißer Schoki :)
Am nächsten Tag ging es zeitig aus den Federn, um den Sonnenaufgang zu beobachten und nach einem guten Frühstück los, um die ganze Insel einmal zu umrunden. Auf der Ruta Sagrada, der heiligen Route der Inkas, ging es durch Terrassenfelder, kleine Eukalyptuswäldchen, viele Steinpassagen hoch und runter, immer wieder mit tollen Ausblicken auf den türkisblauen See. Es war recht anstrengend mit der Höhe und der Sonne, sodass wir uns nach der Halbzeit eine Abkühlung im See gegönnt haben.
Das klare blaue Wasser und die weißen Strände lassen Gedanken an eine Mittelmeerinsel aufkommen - doch bei einer Wassertemperatur von max.10 Grad Celsius hielten wir es dann doch nicht allzu lange aus beim Schwimmen. Auch wenn die Sonne warm ist, gibt es in über 3800m immer eine kühle Brise und sobald die Sonne weg war, wurde es richtig kalt. Wir haben es gerade so geschafft bei Einbruch der Nacht wieder zurückzukehren und waren etwas geschafft.
An der Nord- und an der Süd - Küste gibt es jeweils eine Inka - Ruine, die relativ gut erhalten sind. Leider trafen wir weder einen Guide, noch gab es Erklärungen vor Ort, so dass sich uns die mythologische Bedeutung auf der Wanderung nicht so richtig erschließen konnte. Es gibt einen Felsen, denTiti Khar'ka - Stein des Puma - nach dem der Lago Titicaca benannt wurde und der bis heute als heiligster Ort der Insel verehrt wird. Der Legende nach ließ der Sonnengott Inti hier seine Kinder Manco Capac und Mama Ocllo zur Erde, die beiden ersten Inka.
Die Einheimischen der Insel führen einen sehr traditionellen Lebensstil - sie kleiden sich in Tracht, bestellen per Hand die zahlreichen Terrassen und fischen. Auch wir haben viel Fisch gegessen auf der Insel, der wirklich sehr gut schmeckt.






















Am letzten Tag haben wir noch ein wenig die Ruhe genossen, bevor es wieder nach Copacabana ging - der Name heißt auf Aymara "quta qawana" und bedeutet soviel wie "Ort mit Blick auf den See". Das Städtchen ist ein bedeutender Pilgerort und hat eine eindrucksvolle Kathedrale mit leuchtend bunten Kacheldächern und prunkvoll ausgestatteten Innenräumen. Ansonsten scheinen hier auch viele Hippies für längere Zeit zu stranden, ist ja auch eine schöne Lage so am Wasser. Am nächsten Tag ging es dann über die Grenze nach Puno in Peru. Sehr ordentlich und sehr gut eingestellt auf Touris zeigte sich die Stadt. Zum Abendbrot haben wir gleich die viel gelobte peruanische Küche getestet - es gab sehr leckere Ceviche (roher Fisch mit Limetten, roten Zwiebeln, Chili und Koriander) und Alpaca - hat uns überzeugt, kulinarisch hat Peru echt was zu bieten :)
Am nächsten Früh haben wir einen Ausflug zu den berühmten schwimmenden Inseln der Uros unternommen. Das sind ca. 80 Inseln, auf denen 2500 Menschen in der Bucht vor Puno leben. Das Fundament der Inseln wird von Wurzelballen der lokalen Schilfpflanze "totora" gebildet, dann wird getrocknetes Schilf schichtweise darübergelegt. Man läuft auf den Inseln wie auf einem Heuboden. Häuser, Boote, Zäune usw. alles ist aus Schilf. Es war eine sehr interessante Tour, die uns viel erklärt hat über die Bauweise und das Leben der Menschen. Ursprünglich zogen sich die Uros aufs Wasser zurück, um  anderen kriegerisch eingestellten Völkern aus dem Weg zu gehen. Früher lebten sie noch auf Booten und hauptsächlich vom Fischfang und -verkauf. Heute haben die eingeführten Fischarten - trucha aus Kanada und pejerrey aus Argentinien - die einheimischen kleineren Arten nahezu ganz verdrängt und durch die Fischzucht und Überfischung bleibt den Uros heute als Haupteinnahmequelle nur noch der Tourismus. Viel Handarbeit und Ausflüge mit ihren Schilfbooten bieten sie an. Es ist schon sehr touristisch, aber irgendwie auch etwas ziemlich Besonderes. Wir waren aber froh, nach einer Weile wieder an Land zu sein und kurze Zeit später in Richtung Arequipa aufzubrechen...



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