Donnerstag, 7. November 2013

Karibik

So nun endlich ein paar Zeilen zu den Bildern über unsere ersten Tage in Kolumbien:

Von Cusco sind wir bis an die karibische Küste von Kolumbien geflogen. Unser erster Halt war Barranquilla, eine ziemlich große Hafenstadt ganz im Norden. Nach den Strapazen der Flüge (und der Einreise) haben wir uns einen Tag erholt und viele Stunden geschlafen - so viel zu sehen gab es eh nicht wirklich und an die Hitze muss man sich ja auch erstmal gewöhnen. Am nächsten Morgen zogen wir schnell weiter in Richtung Santa Marta und da uns da auch immer noch zu viel los war, haben wir uns in einen kleinen Vorort am Strand einquartiert, Taganga. Die Atmosphäre hier ist etwas ruhiger, zumindest jetzt in der Nebensaison und wir haben ein sehr schönes Hostel mit viel schattigem Grün.



Auch wenn wir auf unserer Reise in vielen Flüssen, Seen, Wasserfällen, Pools und Pfützen baden waren - hier waren wir das 1.Mal im Meer seit Beginn unserer Reise - unglaublich! :) Da wir ja einiges nachzuholen hatten, haben wir auch gleich viel Zeit im Wasser verbracht - beim Tauchen. Unser Tauchkurs fand direkt im Parque Nacional Tayrona statt inklusive Übernachtung in Hängematten direkt am Strand. Drei Tage und zwei Nächte haben wir uns Theorie und Praxis des Tauchens gewidmet und das kristallklare Wasser genossen. Es war fantastisch. Unser Instructor Mateo hat uns viel Wissen vermittelt und mit unseren zwei anderen dive buddies aus Kalifornien und Israel hatten wir viel Spaß. Auch wenn mein Vorhaben war, auf unbestimmte Zeit keine Kreuzchen mehr zu setzen, hab ich für dieses Examen nochmal eine Ausnahme gemacht und kann mich nun zertifizierter Scuba Diver nennen, Flo ist sogar Advanced.





lion fish


 Die Ruhe unter Wasser und das langsame Dahingleiten hat wirklich etwas ganz Besonderes. Die hiesige Unterwasserwelt hielt für uns Rochen, Hummer, Oktopus und eine große grüne Moräne bereit sowie unzählige andere farbenprächtige kleine Fische und bunte Korallen. Auch den giftigen lion fish haben wir gesehen, der sich, nachdem er vor wenigen Jahren erstmals im karibischen Meer gesichtet wurde, ohne natürliche Feinde rasant ausbreitet und deswegen hier gejagt (und auch gegessen) wird. Sie stellen ein echtes Problem dar, da sie die ohnehin schon gefährdeten Korallen weiter bedrohen, indem sie die kleinen "Korallenputzerfische" fressen.
Unsere Tauchschule hat ein spezielles Projekt zur Konservierung der Korallen ins Leben gerufen, bei dem mit viel Aufwand neue Korallen gezüchtet werden.

Nach unserem Tauchkurs haben wir einen Ausflug mit angenehm kleinem Gepäck in die nähere Umgebung unternommen. Eigentlich wollten wir nochmal in den Park, aber da die geschätzt 13-jährige Aufpasserin ihren Job etwas zu ernst nahm und wollte, dass wir nochmal Eintritt bezahlen, haben wirs uns spontan anders überlegt und sind einfach woanders hingefahren.
Zuerst waren wir in Minca, einem kleinen Dorf in 600m Höhe an den Ausläufern der Sierra Nevada. Dort haben wir uns vor der Hitze am Strand versteckt und wieder eine Hängematte gemietet mit tollem Ausblick auf die schneebedeckten Berge, das schier unendliche Grün des Waldes, das karibische Meer und Santa Marta. Nach einem waghalsigen Moto-Taxi-Ritt waren wir im sehr kalten Fluss baden - rückzu sind wir dann doch lieber zu Fuß.













Dann zog es uns doch wieder ans Meer und so sind wir zu Flo's Geburtstag an den einsamen Strand von Palomino gefahren und haben direkt am Strand geschlafen. Nicht im Sand, erst in der Hängematte und dann in einer kleiner Hütte nur ein paar Meter vom Meer entfernt, mit Meeresrauschen die ganze Nacht lang. Der große Tag erwartete Flo mit strahlend blauem Himmel, warmem Wasser mit hohen Wellen und viel Entspannung. Zur Feier des Tages schlachteten wir frische Kokosnuss am Strand. Später gab es dann auch Cocktails und sehr leckere Geburtstagsbrownies. Es war sehr schön und ungewohnt ruhig so ohne Telefon oder Computer...














Das nächste Mal berichten wir euch dann von unserem Trek zur Ciudad Perdida, der "Verlorenen Stadt" - der uns so gefordert hat, dass wir jetzt zu müde sind um weiterzuschreiben...


Mittwoch, 23. Oktober 2013

Cusco - Machu Pichu




Nach einer superentspannten Fahrt mit Oltursa VIP (Bus) sind wir früh in Cusco angekommen. Wir haben das erste Zimmer genommen und uns informiert wie man Machu Pichu besichtigen kann. Das war gleich sehr anstrengend. So ist Cusco, so beschaulich es auch in der Innenstadt aussieht, eine kleine Herausforderung für uns geworden und wir sind hin- und hergerissen... Auf der einen Seite ist es natürlich eine wunderschöne Stadt mit sehr viel gut erhaltener Architektur aus Kolonial- und Inkazeiten. Alles ist wirklich hübsch hergerichtet, auffallend sauber, viel Grün und Blumen, umgeben von Hügeln und natürlich sehr nahe an imposanten archäologischen Stätten wie Machu Picchu – DAS Touri-Highlight Südamerikas und "Eines der Neuen 7 Weltwunder". Auf der anderen Seite aber ist es überaus nervig ständig angequatscht zu werden, ob man nicht eine Tour, Essen, Massage, Ketten usw. … kaufen möchte – und das Ganze natürlich für ordentliche Preise. Die Leute scheinen hier sehr darauf geeicht zu sein, nur dein Bestes zu wollen – nämlich dein Geld. (Nicht alle natürlich! Und man findet auch mit etwas Suchen sehr schöne ruhige Fleckchen.) Auch kulinarisch kann man es sich hier wirklich gut gehen lassen, wenn man nicht so aufs Budget achten will/muss. 
Uns war ja klar, dass es sehr touristisch sein würde, aber am 1.Tag hat es uns trotzdem irgendwie erschlagen, sodass wir Cusco nicht so ganz genießen konnten. Für spontane Individualreisende wie wir es sind – und aus Bolivien kommend – wars ein ziemlicher Schock, in welch kurzer Zeit hier sehr viel Geld fließt... Als wir uns dann entschlossen hatten, ohne geführte Tour Machu Picchu zu erkunden, um wenigstens ein paar Dollar zu sparen und nicht nur wie in einer Viehherde von A nach B geführt zu werden, haben wir uns Zug- und Eintrittskarten „gegönnt“ und waren gleich wesentlich entspannter. 
Wir waren im Museo de Arte Precolombino, das viele interessante Exponate aus Holz, Keramik, Gold, Silber, Muscheln und vielem mehr aus Zeiten der Inkas aber auch anderer Volksstämme wie der Machico, Huari usw. ausstellt, die allesamt erstaunlich gut erhalten geblieben sind.  Den berühmten 12-eckigen Stein, ursprünglich in der Mauer eines Inkabauwerkes später im aufgesetzten Kolonialhaus, haben wir auch gefunden - ist auch nicht zu übersehen, immer da wo viele Touris stehen, ist meist irgendetwas ;)
Die weiteren zahlreichen umliegenden archäologischen Stätten im Valle Sagrado (Heiligen Tal) haben wir zwar nicht besichtigt, aber auf unserem Weg nach Machu Picchu trotzdem einige gesehen. 
Wir sind mit dem Bus nach Pisac gefahren und waren da auf einem ganz hübschen Markt. Dann gings mit einigen Umstiegen nach Ollantaytambo, von wo wir mit dem Touristenzug nach Aguas Calientes - Machu Picchu Pueblo - gefahren wurden. Die Aussicht auf die umliegenden grünen Berge war wirklich sehr schön. Angekommen haben wir ein wirklich schönes günstiges ZImmer gefunden und waren eine Runde spazieren, obwohl es außer Hotels und Restaurants und den heißen Quellen nicht allzu viel zu sehen gibt. Es ging ja aber eh zeitig ins Bett, da wir 4.30 Uhr aufbrechen wollten... 

Im Dunkeln sind wir zusammen mit einigen anderen jungen Menschen den Berg hinauf zum Eingang gelaufen - das war wirklich anstrengend und es im Endeffekt auch nicht wert, weil man es als normaler Mensch kaum schafft, vor den Bussen, die 5.30 Uhr losfahren, oben anzukommen. Also, besser 10 $ in den Bus investieren und dafür dann nicht wie eine Tomate auf jedem Bild aussehen ;) Endlich drin haben wir dann den Sonnenaufgang erwartet, den man aber durch die Wolken nicht wirklich gesehen hat - aber es war trotzdem ein toller Anblick! Wie die Nebelschwaden in der Stadt und den Bergen hingen, hatte schon etwas Gespenstisches -  da aber weitere 2000 Menschen knapp hinter uns waren, brauchten wir keine Angst zu haben. 
Auf einmal zogen die Wolken auf und man konnte die Stadt umgeben von den steilen grünen Bergen sehen... Beeindruckend, aber natürlich nicht ganz so mystisch wie erhofft mit der Masse an kommunikativen Rentnern ringsrum, die natürlich voller Energie aus dem Bus ausgestiegen sind...
Lustig waren dabei besonders die Deutschen - die haben alle Schilder, auch die Wegweiser zur Toilette, fotografiert. (Kann man das verstehen?)
Nach ein wenig Ausruhen ging es dann weiter nach oben auf den Montana Machu Picchu, wobei der Aufstieg noch etwas anstrengender war als der Erste. Aber dafür lichteten sich die Massen und die tollen Ausblicke entschädigten für jede Mühe. Irgendwann änderte sich die Vegetation und wir waren im sonnigen Grün mit vielen bunten Schmetterlingen und sogar einem Kolibri. Von ganz oben erkennt man auch die Touristen kaum noch, sodass es umso schöner aussieht, besonders mit der imposanten Landschaft ringsherum. Es ist schon ein beeindruckender Ort, wobei die besondere Umgebung der Stätte am meisten zum Flair beiträgt. Die Wolken, die alles immer wieder ganz umhüllen und dann wieder aufziehen, geben dem Ort eine ganz eigene Magie und so genossen wir die Ruhe und Entspannung ganz da oben, das war wirklich sehr schön.
Am Ende des Abstiegs vom Berg fing es dann an ziemlich stark zu regnen und wir waren froh bei Gewitter nicht mehr auf dem Berg zu sein. Aber auch der Wetterwechsel gab wieder ein anderes Gesicht von Machu Picchu preis - und am Besten, die ersten Touris ergriffen die Flucht, sodass die Schlange für den Bus länger wurde als die für den Eintritt ;) 
Wir sind trotzdem weitergezogen im Regencape, auch wenn irgendwann in unseren Schuhen das Wasser stand. Durchgeweicht  verbrachten wir unsere letzten Stunden in Machu Picchu mit einer kleinen (günstigen) Privatführung, die etwas Licht ins Dunkel brachte und die Steine in unserer Vorstellung wieder zum Leben erwecken konnte. Als der Regen stoppte, kamen auch gleich wieder einige Gruppen in bunten Regencapes zum Vorschein, aber insgesamt war es wie erwartet ganz früh und sehr spät am ruhigsten. Um 5 wurden alle rausgebeten und wir machten uns wieder auf den Rückweg - zu Fuß natürlich  ;) Mit Einbruch der Dunkelheit kamen wir unten an und schafften es relativ entspannt zum Bahnhof. Das war ein wirklich langer Wandertag! Zurück ging es mit dem Zug und dann sprangen wir gleich in einen Minivan, der trotz der wirklich wilden Fahrweise (Dauergebrauch von Licht-/Hupe) nicht verhindern konnte, dass wir einschliefen... Ziemlich kaputt und glücklich kamen wir nachts wieder in Cusco an - und haben uns tatsächlich über McDonalds gefreut, dass uns zu so später Stunde noch etwas Essbares gab.













Ein kleiner Bewohner - Vizcacha





So sieht es wirklich aus...




Die Gärtner


Am letzten Tag haben wir ausgeschlafen und sind bei der Free Walking Tour durch Cusco mit gelaufen, die wirklich sehr lustig und informativ war. Hätten wir sie gleich am Anfang gemacht...
Und zum Mittag gab es franz. Crepes.